Tod zweier Goldfische im Mixer
Gericht spricht Museumdirektor wegen Tierquälerei frei
Der Prozess um den Tod von zwei Goldfischen in einem dänischen Kunstmuseum
ist für dessen Direktor mit einem Freispruch ausgegangen. Ein Gericht in
Kolding im Südwesten Dänemarks sprach den Leiter des Trapholt Kunstmuseet
Peter S. Meyer
vom Vorwurf der Grausamkeit gegen Tiere frei. Nach einer
entsprechenden Anzeige von Tierschützern hatte die Polizei ein Bußgeld
von 2000 Kronen gegen den Mann verhängt
das dieser unter Berufung auf
die "Freiheit der Kunst" nicht bezahlen wollte. Deshalb kam es
zu dem Gerichtsverfahren.
Die Tiere hatten eine wichtige Rolle in
einem Kunstwerk gespielt
das vor drei Jahren die Gemüter der Besucher des
Museums erregte und auch in den Medien Beachtung fand. Der chilenische
Künstler Marco Evaristti
"enfant terrible" der dänischen
Kunstszene
hatte zehn Mixer aufgestellt
in denen je ein Goldfisch
schwamm. Tierschützer reagierten empört
weil die Geräte ans Stromnetz
angeschlossen waren: Zwei Ausstellungsbesucher konnten der Versuchung nicht
widerstehen und töteten die Fische
indem sie zwei Mixer in Gang
setzten.
Evaristti verfolgte nach eigenen Angaben mit seiner Installation die
Absicht
den Menschen eine Entscheidung zwischen Leben oder Tod
abzuverlangen und damit ihr Gewissen auf die Probe zu stellen. Die
Ausstellung verstand er als "Protest gegen den Zynismus und die
Brutalität in der heutigen Welt".
Das dänische Gericht befragte
im Zuge des Prozesses unter anderem einen Techniker des Mixer-Herstellers
und einen Tierarzt. Beide versicherten zu Gunsten des Museumsdirektors
dass die Tiere ohne Schmerzen gestorben seien.
19. Mai 2003 - 18.16 Uhr
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© AFP Agence France-Presse GmbH 2003
Mein Kommentar :
Wenn man mal davon absieht
dass es meiner Meinnung nach vollkommen
überflüssig ist
Tiere für Ausstellungszwecke zu mißbrauchen
so hätte
doch jeder Mensch
der auch nur die geringste Menschenkenntnis besitzt
voraussehen können
dass es immer wieder Idioten gibt
die „der Versuchung“
nicht widerstehen können. Und da hätte es wohl eine Selbstverständlichkeit
sein sollen
eine Gefährdung der Fische auszuschliessen
indem man die
Stromzufuhr der Mixer abstellt.
Und nur weil ein Techniker des
Mixerherstellers (wo nimmt der eigentlich die Kompetenz her?) und ein
Tierarzt versichert haben
das die Fische ohne Schmerzen gestorben sind
erfolgt ein Freispruch? Selbst wenn die Fische sofort ohne Schmerzen
gestorben sind – was ich sehr anzweifle – ist die Schuld der Besucher und
die des Museumsdirektors dadurch geringer und sind die Fische damit
weniger tod? Die Begründungen der Justiz werden immer perverser.