Kommerz gegen Tierschutz
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Es ist schon erstaunlich. Da hat der Tierschutz seit über einem Jahr Verfassungsrang und wenn es um den Profit geht
spielt das plötzlich keine Rolle mehr. Damit Sie die Ungeheuerlichkeit
die dieses Schreiben von Frau Dr. Marschner darstellt
in allen Einzelheiten würdigen können
werde ich selbiges ein bisschen sezieren. Ohne Vollnarkose oder örtliche Betäubung. Zur besseren Darstellung sind die Zitate des Herrn Sinner fett gehalten.
“wenn wir national sehr weit über europäische Normen hinausgehen
würden wir die heimische Landwirtschaft erheblich schädigen.”
Die Niederlande und auch Großbritannien haben mit der Schädigung der heimischen Landwirtschaft offenbar keine Probleme. Deren Haltungsverordnungen sind heute schon weitaus strenger als es die deutschen oder auch die europäischen Bestimmungen sind. Warum hat also hat Herr Sinner mit einem Alleingang Probleme?
“Nach einem Verordnungsentwurf des Bundes soll die Mindestfläche je Mastschwein von 0
65 m² auf - je nach Gruppengröße 0
9 bis 1
1 m² angehoben werden.”
Man muss sich einmal vor Augen führen
wie groß ein Mastschwein von ca. 110 kg werden kann und wie viel 0
65 m² tatsächlich sind; nur der besseren Vorstellung wegen: 1
10 m x 0
60 m. In diesem Käfig kann das Schwein sich - wenn es nicht schon zu groß geworden ist - nur drehen
sich legen oder stellen. Auch nur ein Schritt vor und zurück ist ebenso unmöglich wie die Trennung von Ruhe-
Abkotungs- und Fressplatz. Damit das Tier nicht in seinen eigenen Exkrementen stehen muss
mutet man ihm zu
auf so genanntem Spaltboden zu stehen - ohne Einstreu -
damit die Gülle durch den Boden abfließen kann. Da stellt doch eine Fläche von 1
1 m² doch schon eine gigantische Verbesserung dar
oder etwa nicht?
“Dies ist eine Steigerung von etwa 40 bis etwa 70 Prozent. Weil aber schon allein aus Gründen des Immissionsschutzes Schweineställe kaum vergrößert werden können
wäre letztlich ein Produktionsrückgang um die entsprechenden Werte die Folge. Es ist für uns nicht vertretbar
dass die deutschen Schweinehalter derartige Einkommensverluste hinnehmen müssten.”
Diese Darstellung ist die absolute Krönung. Nur zum besseren Verständnis: Mit Gründen des Immissionsschutzes ist gemeint
dass der Grenzwert der Immissionen
die von einem Betrieb ausgehen dürfen - wie z.B. Gülle
Gestank etc. einen bestimmte Messwert nicht übersteigen darf. Deshalb kann der Schweinehalter auch den Bestand der Tiere nicht nach belieben vergrößern. Und weil das nicht geht
müsste der Bauer bei einer vergrößerten Stallfläche pro Schwein weniger Schweine halten. Die Produktion - allein das Wort ist grauenhaft - der Schweine würde dann natürlich zurück gehen. Dass damit aber zwangsläufig Einkommensverluste einhergehen
ist nicht richtig. Es hat sich gezeigt
dass mit der artgerechteren Haltung sich auch die Qualität des Schweinefleisches verbessert und dies auch bei höheren Preisen vom Verbraucher honoriert wird.
Die Massentierhaltung bringt lediglich einer einzigen Personengruppe Vorteile
und das sind ausschließlich die Schweinehalter. Alle anderen haben nur Nachteile davon. Das fängt an mit der Gülle
die das Grundwasser
die Luft und den Boden verseucht und von der bald keiner mehr weiß wohin damit und setzt sich fort in minderwertigem Fleisch
das mit Antibiotikarückständen verseucht ist und zu Resistenz beim Menschen gegen Krankheitserregern führt. Wenn Sie dann mal krank werden und auf Antibiotika angewiesen sind
können die sich dann als unwirksam erweisen. Eventuell sterben Sie ein bisschen früher
weil der Schweinehalter ein bisschen mehr verdienen wollte. Dies nehmen Sie doch bestimmt gerne zugunsten des armen Schweinehalters in Kauf
oder etwa nicht?
Nun
Herr Sinner droht auch damit
dass die Schweinehalter ins Ausland abwandern
wenn hierzulande die Haltungsvorschriften verschärft würden? Warum sollten sie
wenn sie für Qualität genau die gleichen Preise erzielen könnten
wie für Quantität? Übrigens: Das Argument der Arbeitsplätze fällt weg. Voll elektronische Schweinemastanlagen werden heutzutage von 2-3 Leuten betrieben.
Hier fehlt es schlicht am politischen Willen
den Tierschutz zu Gunsten der Allgemeinheit und mit Sicherheit nicht zu Lasten der Schweinehalter durchzusetzen. Wenn für alle die gleichen Produktionsbedingungen gelten
ist keiner benachteiligt. Und wie gesagt: die Niederlande und Großbritannien haben es uns vorgemacht. Da wandern auch keine Schweinehalter ins Ausland ab.
Und dann bedeckt sich Herr Sinner
um seine tier- und damit auch menschenfeindliche Haltung zu verbergen
mit dem Feigenblatt eines Preises an einen Schweinehalter - wohlgemerkt im Neben- und nicht im Vollerwerb - für eine artgerechte Haltung von Schweinen. Anstatt Steuergelder für Selbstverständlichkeiten zu verschwenden
sollte er lieber dafür sorgen
dass die Menschen
für die er politisch die Verantwortung trägt
nicht zu Schaden kommen. Denn- und ich betone es nochmals
die einzigen
die z.Z. von der tierquälerischen Schweinehaltung profitieren
sind die Schweinehalter. Na ja und vielleicht die Politiker
die von der Schweinelobby wieder gewählt werden wollen. Alle anderen Menschen bezahlen für diese Tierhaltung einen hohen Preis. Zu hoch
wenn Sie mich fragen.