Für die SPD in Bayern sind die Käfighühner zweitrangig
Natürlich habe ich geschrieben - und nicht zu knapp

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Frau
Johanna Muggendorfer
Bayerischer Landtag

81627 München

Bergheim 11.12.2003



Sehr geehrte Frau Werner-Muggendorfer

wie mir bekannt geworden ist haben Sie sich in Ihrer Jahresabschlussrede dahingehend geäußert dass das Thema Tierschutz und Käfighaltung ja angesichts anderer Probleme von minderer Bedeutung sei und in diesem Zusammenhang den Grünen vorgeworfen am 27.11. einen Dringlichkeitsantrag zu diesem Thema gestellt zu haben über den dann – wie schrecklich – auch noch namentlich abgestimmt werden soll.

Dies ist eine Ungeheuerlichkeit die es verdient in aller Öffentlichkeit an den Pranger gestellt zu werden. Nicht nur dass die SPD (und auch die CDU) und ganz besonders die in Bayern – noch immer nicht kapiert haben dass Tierschutz eben nicht mehr von untergeordneter Bedeutung und inzwischen im Grundgesetz verankert ist nein die Politiker haben es immer noch nicht verstanden dass Tierschutz gleichbedeutend mit Menschenschutz ist. Ich erinnere nur an den Hormonskandal bei den Kälbern an BSE an Nitrofen und andere nette Kleinigkeiten. Wenn da die Politiker mehr auf den Tierschutz geachtet hätten ginge es auch so manchem Zweibeiner heute besser. Und wenn ich nur an die Folgen der Massentierhaltung denke die das für die heutige und auch die nachfolgenden Generationen hat (Luftverschmutzung Verseuchung des Grundwassers Steigerung des Ozonwertes durch die Biogase etc.) so ist die Haltung der SPD und auch der Politiker im allgemeinen eigentlich nur noch als höchst kriminell zu bezeichnen.

Anstatt das Wohl einiger weniger Massentierhaltungsbetriebe im Auge zu haben (tut das denn eigentlich nicht weh?) sollten Sie sich um die Gesundheit der restlichen Bevölkerung kümmern die nun deutlich in der Mehrzahl ist. Und zur Gesundheit der Bevölkerung trägt nicht die Masse von Fleisch bei die man essen kann sondern die Klasse. Im Umkehrschluss – um es noch einmal ganz langsam zum mitschreiben zu sagen – wenn Sie sich für den Tierschutz einsetzen dann tun Sie gleichzeitig auch etwas für die Menschen. Oder soll ich – damit es noch deutlicher wird und ich mich Ihrem Sprachgebrauch anpasse – sagen dass Sie dann gleichzeitig etwas für die Mehrheit Ihrer Wähler tun.

Das Wort Wähler sollte übrigens das Schlüsselwort sein. Denn wenn es nach mir als Wählerin ginge dann würden Abstimmungen nur noch namentlich erfolgen damit man diejenigen die den Mist verzapfen der allenthalben von den Politikern geboten wird – auch gleich beim Namen nennen und dafür haftbar machen könnte und sich nicht der einzelne hinter der anonymen Masse verstecken könnte. Ich empfehle Ihnen schleunigst eine Kehrtwendung um 180° zu machen (haben Sie als Politiker doch bestimmt schon geübt) und den Tierschutz ernst zu nehmen. Denken Sie an die nächste Wahl. Es könnte Ihre letzte sein.

Mit freundlichen Grüßen
Christina Kremer

Der gleiche Brief ging übrigens auch an den Fraktionsvorsitzenden Maget der sich aber weiterhin bedeckt hält. Ist vielleicht auch besser so. Und an 161 weitere Abgeordnete des Bayer. Landtages. Da allerdings nur zur Kenntnisnahme.