Brigitte von Boch-Galhau
Auch der Vorstand des Tierschutzbundes Saar nimmt Stellung

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Aktuelles zum Linslerhof

Liebe Tierfreunde

vielen herzlichen Dank für die Unterstützung. in der letzten Zeit hat uns eine “Welle der Unterstützung” quasi überrollt, was leider auch dazu geführt hat, dass wir nicht in der Lage waren, alle Emails schnell zu beantworten. Bitte vielmals um Entschuldigung.

Gerne möchten wir zu den “Fakten” die der Linslerhof auf seinen Internetseiten (www.linslerhof.de) unter dem Punkt “Aktuelles” präsentiert, Stellung nehmen und Sie über die aktuellen Entwicklungen informieren:

> Originaltext Linslerhof:
“Die Katzen auf dem Linslerhof sind keine Hofkatzen, sondern Katzen (teilweise trächtige Tiere oder sogar Tiere mit Nachwuchs), die von "Katzenliebhabern" auf dem Hof ausgesetzt wurden. Trotz konsequenter Kastration und Vermittlungsbemühungen unter Einbeziehung aller Verbände und Organisationen steigt die Anzahl der Katzen.”

Unser Kommentar hierzu:
Es wird behauptet, alles Mögliche getan zu haben unter Einbeziehung verschiedener Verbände und Organisationen. Hierzu ist zu sagen: Die Kontaktaufnahme ging immer von den Tierschutzvereinen aus, die von BürgerInnen über Missstände vor Ort informiert wurden. Der Linslerhof bzw. Frau von Boch hat zu keinem Zeitpunkt einen uns bekannten Tierschutzverein kontaktiert. Die Tierschützer selbst sind bereits vor 2 Jahren wie auch jetzt an sie heran getreten, nachdem von anderer Seite von den Missständen dort berichtet wurde und auch der Landesverband Saarland des Deutschen Tierschutzbundes sich eingeschaltet hat. Sie verhielt sich in beiden Fällen äußerst unkooperativ.

> Originaltext Linslerhof:
“Der Linslerhof versucht die unkontrollierte Vermehrung gemäß den Vorschlägen der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz e. V. unter Einbeziehung des Kreisveterinäramtes und der zuständigen Stelle im Umweltministerium zu lösen.”

Unser Kommentar hierzu:
Die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz e. V. wurde falsch zitiert, es heißt nämlich, dass eine Aushungerung im höchsten Maße tierschutzwidrig sei.

> Originaltext Linslerhof:
”Der Linslerhof ist kein Tierheim und kann es nicht dulden, dass er Anlaufstelle ist für Katzenhalter, die ihre Katze nicht mehr "brauchen", lieben oder deren Katze einfach zu mühsam für ihren Besitzer geworden ist.” Unser Kommentar hierzu:

Warum auch, da macht man einfach kurzen Prozess, statt ein nachhaltiges Konzept zu entwickeln und außerdem gibt es ja da auch noch die “Tierschützer”, die ja für solche Fälle gut sind, Spenden sammeln und ihre Freizeit gerne hierfür einsetzen! Ein bisschen Ironie muss an dieser Stelle sein.

> Originaltext Linslerhof:
”Die Katzen werden bereits seit August 2002 an einem zentralen Futterplatz gefüttert, an dem auch ein Einfangen zur Kastration und späteren Vermittlung möglich ist. Es gibt und gab keine ausgehungerten Katzen.” Das Fütterungsverbot (seit Mai 2003) gilt den Pferdeeinstellern und Mitarbeitern, da es sich um ein Hygieneproblem auch in Bezug auf Mäuse, Ratten, Füchse etc. handelt, die durch die Vielzahl von unkoordinierten Futterstellen geradezu angelockt werden. Aus dieser Situation heraus können sich hygienische Bedingungen entwickeln, die bei einem Gastronomiebetrieb nicht zu verantworten sind – vor allem weil auch Gäste mit ihren Kindern unser Restaurant und Hotel besuchen. Das Futterverbot wurde zum Schutz unserer Gäste und deren Familien ausgesprochen.

Unser Kommentar hierzu:
Der Linslerhof spricht in seiner Stellungnahme von einer zentralen Futterstelle. Der Leiter der dort ansässigen Jagdschule hat aber in einem Gespräch, das am 20.10.03 in der Gemeinde Überherrn stattfand, eine zentrale Futterstelle strikt abgelehnt und für eine Beibehaltung des Fütterungsverbotes plädiert. Es gelang uns nicht diesem Herrn plausibel zu machen, dass die Einrichtung einer solchen Futterstelle allein schon sinnvoll wäre, um uns einen Überblick über die zu kastrierenden Katzen verschaffen und von dort aus Einfangaktionen zwecks Kastration starten zu können. Auch der von den Tierschützern vorgeschlagene Kompromiss bis zur Errichtung eines entsprechenden Katzenhauses in Überherrn (jedoch nicht auf dem Gelände des Linslerhofes), an dem sich der Linslerhof beteiligen will, die Fütterung im Interesse der Tiere zuzulassen, wurde entschieden verneint. Zum jetzigen Zeitpunkt besteht zudem noch überhaupt keine Klarheit, ob und wohin ein Katzenhaus in Überherrn gebaut werden soll und wer die Kosten im Anschluss tragen soll.

Frau von Boch behauptet weiterhin, dass es keine ausgehungerten Katzen gab und gibt. Das widerspricht aber ihrer Aussage, dass durch Aushungern eine Vermehrung verhindert werden soll. Vereinsmitglieder haben selbst abgemagerte Katzen auf dem Linslerhof gesehen.

Aktuelle Entwicklung

Am 17.11.03 findet nochmals ein so genannter "runder Tisch" mit Vertretern des Linslerhofs des Umweltministeriums, der Gemeinde Überherrn, dem zuständigen Amtsveterinär und Vertretern des Landesverbandes Saarland des Deutschen Tierschutzbundes und unserem Mitglied, dem Verein der Katzendfreunde (der sich um die Katzen vor Ort kümmert) statt. Sollte dann immer noch keine befriedigende Lösung im Sinne des Tierschutzes erreicht worden sein, müssen weitere Schritte unternommen werden. Wir halten alle Tierfreunde auf dem Laufenden über den Ausgang dieses Gespräches.

Liebe Grüße und herzlichen Dank noch mal für das Engagement und die Hilfestellung in dieser Sache.

Heinz Merkel (Vorsitzender) und Silke Schneider (Stellvertr. Vorsitzende Dipl.-Kffr. Silke Schneider
Stellvertretende Vorsitzende
Deutscher Tierschutzbund Landesverband Saarland e. V.
Email: schneider@tierschutz-saar.de
Internet: www.tierschutz-saar.de

Der Termin am 17.11.2003 hat leider nicht statt gefunden. (Anmerkung der Redaktion)