Arterhaltung der besonderen Art
Handaufzuchten doch kein Problem mehr?
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Am 13.03.2007 starb im Zoo Leipzig die Lippenbärin Malini und hinterließ ein drei Monate altes Jungtier. Aber dieses Mal hat sich der Zoo entschlossen, die Kleine nicht einzuschläfern, sondern groß zu ziehen. Dass diese Handaufzucht nun plötzlich artgerecht sein und keine psychischen Störungen verursachen soll, ist eine 180° Kehrtwendung des Zoos und wohl u.a. dem Umstand zu verdanken, dass dieses Lippenbärenjunge genetisch "wertvoller" ist als das, was im Januar 2007 eingeschläfert wurde. Die Mutter dieses kleinen Lippenbärenmädchens stammt nämlich noch von Wildfängen ab und folglich ist auch ihre Tochter genetisch sehr viel interessanter als ein Junges, das aus Inzucht stammt. Auf letzteres konnte der Zoodirektor wohl leichter verzichten. Außerdem ist diese Aufzucht auch nicht so mühsam, da die Kleine schon selbständig fressen kann. Was für den Zoo Berlin bei Knut aber wohl kein Argument war. Bleibt dann nur noch die Frage, wie verhaltensgestört dieser kleine Lippenbär sein wird, wenn er mal groß ist.
Die Handaufzucht dieses Jungtieres werde ich aber zum Anlaß nehmen, dass mein Anwalt die Beschwerde gegen die Einstellung des Verfahrens um diesen Umstand erweitert. Es kann nicht sein, dass lediglich der genetische Wert eines Tieres und der Aufwand für die Handaufzucht ausschlaggebend dafür sein sollen, welches Tier leben darf und welches nicht.
Im übrigen kann es nicht schaden, bei der Staatsanwaltschaft grundsätzlich nach dem Stand der Dinge nachzufragen.