Kein Pardon für Trauerenten
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From: "Project Blue Sea e.V." office@projectbluesea.de"
To: "office@projectbluesea.de"
Sent: Friday
February 13
2004 11:33 AM
Subject: Verölte Seevögel: Schutzstation Wattenmeer bildet Zivildienstleistende zum Töten aus
Hintergrund:
Eine illegale Einleitung von Öl in die Nordsee hat in den letzten Tagen dazu geführt
dass mehrere Hundert Seevögel verschmutzt wurden. Derzeit sind Tierschützer bemüht
die betroffenen Vögel (es handelt sich fast ausschließlich um Trauerenten) in zwei Ölvogelrehabilitationsstationen vom Öl zu befreien.
Ein Großteil der verschmutzten Tiere wurde auf der nordfriesischen Insel Föhr geborgen. Dort wurden Zivildienstleistende der Schutzstation Wattenmeer beauftragt
aufgefundene Tiere nicht der Wildtiernotaufnahmestelle zuzuführen
sondern die Vögel zu töten.
Uns bat sich ein Bild des Schreckens, als wir von Einheimischen auf das Tun der Mitarbeiter der Schutzstation Wattenmeer hingewiesen wurden. Wir fanden getötete Trauerenten vor, denen der Kopf abgerissen wurde. Diese blutigen Tötungen sind durch nichts zu rechtfertigen. Bei der herbeigerufenen Wasserschutzpolizei wurde unverzüglich Strafanzeige gestellt
so Janine Bahr
Tierärztin von der Insel Föhr. (s. beigefügte Fotos)
Ich kann es nicht verstehen, dass Zivildienstleistende, die bewusst den Dienst mit der Waffe verweigern, zu solchen Dingen bereit sind, ohne mit der Wimper zu zucken. Mir persönlich teilte ein Zivi der Schutzstation mit, dass er damit keinerlei Probleme habe
berichtet Sascha Regmann von Project Blue Sea. "Soeben erhielt ich zusätzlich die Nachricht
dass auf Föhrs Nachbarinsel Amrum nun auch die Jägerschaft ausgerückt sei
um betroffene Tiere zu töten." Die Anweisungen an die Zivildienstleistenden gab die Beauftragte der Schutzstation Wattenmeer Silvia Gaus aus.
Die Rehabilitation von verölten Vögeln ist ein bereits in der Vergangenheit oft diskutiertes Thema. In Ländern wie den USA und den Niederlanden haben sich Rehamaßnahmen für Ölkontaminierte Wildtiere bereits etabliert. Hier in Deutschland ist dies leider nicht der Fall. Anstatt die Bemühungen der Tierschützer zu fördern, werden immer wieder Versuche unternommen, um ein Vorantreiben der Maßnahmen zu blockieren, berichtet Christian Erdmann vom Oelvogelhilfe Germany e.V.
Derzeit befinden sich in der Rehastation des Westküstenparks in St. Peter-Ording bereits etliche Tiere vom Öl befreit in Pools und warten auf ihre kurz bevorstehende Auswilderung.
Proteste gegen das Töten von verölten Seevögeln dringend an:
geschaeftsstelle@schutzstation-wattenmeer.de
foehr@schutzstation-wattenmeer.de
Schutzstation Wattenmeer
Grafenstraße 23
24768 Rendsburg
Tel: 04331/23622
Fax: 04331/25246
http://www.schutzstation-wattenmeer.de