Mittelalter in Solingen
Die CDU Solingen - Tierschützer par Excellence

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Dass Politiker - allen voran aus der CDU - ihren Senf dazu geben müssen, ist wohl artspezifisch. Als Politiker kann man auch gar nicht anders, vor allem, wenn es dann auch noch so schön veröffentlicht wird. Lesen Sie bitte den Artikel genüsslich durch. Er ist es wert.

Artikel vom 17.05.2006: http://www.solinger-tageblatt.de/sro.php?redid=116298.html

Jetzt muß man wissen, dass Herr Krebs nicht nur Fraktionsvorsitzender der CDU Solingen, sondern auch noch Mitglied im Tierschutzverein ist. Nur so nebenbei: die Tierschutzvereine sollten anfangen, vor Beitritt eine Gewissensprüfung bei ihren potentiellen Mitgliedern durchzuführen. Sonst könnte sich ja sonstwer dort rumtreiben und der gute Ruf der Vereine wäre ruck zuck beschädigt. Das aber nur nebenbei. In der Hauptsache kann so ein vehementer und engagierter Einsatz für den Tierschutz nicht ungestraft bleiben. Und deshalb bekommt Herr Krebs einen netten Brief.


Herrn
Bernd Krebs
Lindenbaumstr. 71

Bergheim, 21.05.2006

42659 Solingen


Tötung von Hähnen zur Pflege des Brauchtums
Artikel im Solinger Tageblatt vom 17.05.2006

Sehr geehrter Herr Krebs,
in dem o.a. Artikel unter dem Link http://www.www.solinger-tageblatt.de/sro.php?redid=116298.html ist folgende Passage zu finden:
“Wie die Solinger Hahneköpper ihr Jahrhunderte altes Brauchtum pflegen, gehe die Bezirksregierung gar nichts an, erklärt der Fraktionschef der CDU in einer Pressemitteilung, in der er sich als bekennender "Provinzler" offenbart. Das Hahneköppen entspreche dem Tierschutzgesetz.“

Auch ein „Provinzler“ zumal wenn er auch noch Mitglied im Tierschutzverein ist, sollte eigentlich über das Tierschutzgesetz informiert sein. Da ist es auch keine Entschuldigung, wenn man vielleicht eine schwere Kindheit hatte und deswegen CDU-Politiker geworden ist. Wenn ich Ihrem Gedächtnis auf die Sprünge helfen darf:

§ 1 TSchG lautet:
Zweck dieses Gesetzes ist es, aus der Verantwortung des Menschen für das Tier als Mitgeschöpf dessen Leben und Wohlbefinden zu schützen. Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen.

Da Sie bekennender Provinzler und CDU-Politiker sind, wird Ihnen vielleicht die Subsumtion von Gesetzestexten nicht so geläufig sein; deshalb bin ich Ihnen jetzt ein wenig behilflich.

Leben ist das Gegenteil von Tod. Und wenn der Tod eintritt, so ist das der größtmögliche Schaden, den man einem Tier zufügen kann. Bleibt eigentlich nur noch der „vernünftige“ Grund. Halten Sie es für einen vernünftigen Grund, wenn man ein Tier nur deshalb tötet, damit sich das Volk in einem ar-chaischen und barbarischen Brauch volksfestmäßig belustigen kann? Und nur, weil es an Phantasie fehlt, sich das ganze auch mit Attrappen vorstellen zu können?

Bei Politikern an das ethische Empfinden zu appellieren, habe ich mir schon lange abgewöhnt. Selbiges – so denn jemals vorhanden - muß auf dem Weg zur Karriere irgendwo abhanden gekommen sein. Da dürfte es schon besser sein, Ihnen ins Gedächtnis zu rufen, dass auch Tierschützer Wähler sind. Tierschützer schauen übrigens gerne auch mal in das Wahlprogramm der einzelnen Parteien, wenn ihnen nach Märchen zumute ist. Wie das folgende, das die CDU so gerne erzählt:

„Der Tierschutz hat für die CDU einen hohen Stellenwert, schließlich sind auch Tiere Geschöpfe Gottes. Von daher bekennen sich die Christdemokraten in ihrem Grundsatzprogramm ausdrücklich zur Verantwortung für das Mitgeschöpf Tier…“ Und wenn sie nicht geköpft werden, leben sie noch heute.

Mit freundlichen Grüßen
Christina Kremer

Einer Antwort des Herrn Krebs sehe ich mit Interesse entgegen.