L'Oréal
Da muß L’Oréal noch eine Antwort bekommen
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An: RIEMKE Monika
Betreff: AW: Kundenliste von Covance
Datum: 16.12.2003
Sehr geehrte Frau Riemke
zunächst einmal bedanke ich mich für Ihre schnelle Reaktion auf meine Fragen. Wie Sie sich sicherlich denken können
bin ich in die Materie etwas näher eingearbeitet und deswegen sollten Sie mit Ihren Antworten doch noch etwas mehr ins Detail gehen und vor allen Dingen
die wesentlichen Punkte nicht großräumig umgehen.
Zunächst einmal sagen Sie "Bezüglich der Inhaltstoffe kann ich Ihnen zusichern
dass kein Inhaltstoff der ausschließlich für Kosmetika eingesetzt wird am Tier getestet wurde. Jedoch und das muss auch gesagt sein
gibt es Inhaltsstoffe
die getestet wurden
bevor überhaupt an eine Verwendung für Kosmetika gedacht wurde."
Der erste Satz ist eine Selbstverständlichkeit
weil jetzt gesetzlich vorgeschrieben. Und was die Inhaltsstoffe angeht
so ist es auch nichts neues
dass Inhaltsstoffe
die nicht nur in Kosmetika
sondern auch in anderen Produkten vorkommen
getestet wurden und - was sehr viel schwerer wiegt - immer noch getestet werden und zwar vor allem dann
wenn sie unter das Chemikaliengesetz fallen.
Wenn nun L'Oréal versucht "den Anteil so gering wie möglich zu halten" dann heißt das doch im Klartext nichts anderes
als dass auch L'Oréal nach wie vor Tierversuche durchführt oder durchführen lässt. Warum stehen Sie nicht einfach dazu
anstatt um den heißen Brei herumzureden?
Und was ist eigentlich mit den restlichen 6%? "Wir produzieren inzwischen übrigens ca. 94% unserer Produkte selbst." Das heißt
dass L'Oréal von 6% seiner Produkte keine Aussage darüber machen kann
ob diese Produkte oder ihre Inhaltsstoffe im Tierversuch getestet werden oder nicht. Bezogen auf die umgesetzte Menge sind 6% ein ganz schön großer Anteil.
"L'ORÉAL ist das größte Kosmetikunternehmen der Welt und leitet aus dieser Position eine besondere Verpflichtung zu verantwortungsbewusstem Handeln ab"
Dies jetzt zu glauben fällt mir doch sehr schwer
denn warum hat dann Frankreich und die Lobbyistenvereinigung "European Federation for Cosmetic Ingredients"- zu der auch L'Oréal gehört - Klage beim Europäischen Gerichtshof eingereicht um das Tierversuchsverbot zu kippen?
Und bitte kommen Sie jetzt nicht mit dem Argument
dass "verantwortungsvolles Handeln" sich nur auf die Gesundheit des Menschen bezieht. Die ist nämlich überhaupt nicht gefährdet
wenn sich die konventionelle Kosmetikindustrie auf die bereits vorhandenen Stoffe - es sind immerhin fast ca. 8.000 - beschränken und bei der Herstellung ganz auf Tierversuche verzichten würde. Es gibt Firmen
die haben damit nicht die geringsten Probleme. Aber das dürfte Ihnen ja bereits bekannt sein. Wenn nicht
ich schicke Ihnen die Liste gerne zu.
Warum also noch Tierversuche? Mit den Produkten
die bereits auf dem Markt sind
ist nun wirklich auch der ausgefallenste Wunsch eines Verbrauchers zu befriedigen und woher nehmen wir das Recht
für einen weiteren neuen Lippenstift oder eine weitere neue Creme Tiere dafür leiden zu lassen?
Ich hoffe
liebe Frau Riemke
ich habe Sie nun nicht verschreckt und Sie bleiben weiterhin "am Ball"
so dass ich bald Antwort von Ihnen erhalte.
Mit freundlichen Grüßen
Christina Kremer
IfT-Internetzwerk für Tiere